13Nov

Schleckprobe mit "Wichern-Brand"

Schnaps aus den eigenen Äpfeln

Weihnachten steht – fast – vor der Tür, aber die Bewohner des Wichern-Hauses, des sozialtherapeutischen Wohnheims der Diakonie, freuen sich auf Ostern. Das hat seine besondere Bewandtnis. Die hängt direkt mit dem Apfelbaum zusammen, der nahe beim Haus an einem Parkplatz steht. Wie viele Obstlieferanten in diesem Jahr trug auch dieser Baum heuer übermäßig viele Früchte. Aussichtslos diese alle zu essen und eine sachgerechte Lagerung ist in dem Wohnheim nicht möglich.

Weil der Parkplatz vom Wichern-Haus bewirtschaftet wird, Bewohner verdienen sich mit der Bewachung ein Taschengeld, durften die Äpfel geerntet werden. In dieser Zeit war eine nahegelegene Safterei noch geschlossen, deshalb entschloss sich der Sozialpädagoge Peter Rummel, Leiter des Heims, zusammen mit den Bewohnern aus den Äpfeln Schnaps brennen zu lassen. Eine Abordnung brachte das Obst, über 200 Kilo Äpfel, nach Thalmassing zu einem Bio-Hof. Zwei Wochen wurde dort eine Maische angesetzt, wobei Bewohner mithalfen Stiele und ungeeignete Stellen zu entfernen, und mehrere Wochen stehen gelassen.

Vor kurzem besuchte erneut eine Gruppe zusammen mit Rummel den Bio-Hof und konnte den ersten Brenngang mitverfolgen. Zusammen mit einem weiteren ergab es etwa acht Liter. Zwar konnten die Bewohner das hochprozentige Getränk bei einer Schleckprobe mit den Fingern kurz testen, doch muss der Brand bis Ostern reifen. Verdünnt mit vorbehandeltem Wasser kann er dann in Fläschchen abgefüllt und etikettiert als erster „Wichern-Brand“ angeboten werden. Den Geschmack, verrieten einige der Probierer, „konnte man beim ersten Schlecken schon erahnen!“

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